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MTP-Spezifikation 2.0 am Start
MODULARE
PRODUKTIONSPROZESSE
Die Entwicklung von MTP 2.0 wurde von Import von MTPs und die Qualität des Im-
zahlreichen internationalen Unternehmen ports, die Runtime-Kompatibilität zwischen
aktiv unterstützt. Verschiedene Experten aus POLs und PEAs sowie Workflows, die durch
Anwendern, Herstellern und Engineering- Ad-hoc-Kombinationen direkt mit MTP auf-
Unternehmen haben sich in Joint Working gesetzt wurden, getestet.
Mit der Module Type Package (MTP) Groups eingebracht. Diese breite Beteiligung
Spezifikation 2.0 ist ein wichtiger Mei- unterstreicht die hohe Relevanz des Stan- Die Tests zeigten deutliche Fortschritte in
lenstein für die modulare Automati- dards sowie das starke Interesse der Industrie der Interoperabilität. Besonders positiv fiel
sierung erreicht. MTP 2.0 schafft die an einer zukunftsfähigen, standardisierten auf, dass alle Testaufbauten schnell und
Grundlage für echte Interoperabilität, Lösung für modulare Produktionskonzepte. reibungslos in Betrieb genommen werden
noch mehr Flexibilität und Effizienz konnten – ein klarer Hinweis auf die zuneh-
bei der Planung, Integration und dem Die erforderlichen Nutzungsrechte für die mende technische Stabilität der Technolo-
Betrieb modularer Anlagen – und das MTP-Spezifikation 2.0 stehen Mitgliedsun- gie. Damit war das Plugfest ein wichtiger
branchenübergreifend. ternehmen von PI, NAMUR und ZVEI zur Ver- Meilenstein für die Qualitätssicherung und
fügung. Damit wird sichergestellt, dass Un- Weiterentwicklung von MTP.
Das Module Type Package (MTP) ist ein stan- ternehmen den Standard ohne zusätzliche
dardisiertes Konzept zur automatisierten In- Hürden in ihre Produkte, Engineering-Tools OPTIMIERTE
tegration von Automatisierungssystemen. Es und Anlagenkonzepte integrieren können. INTEROPERABILITÄT
ermöglicht die einfache Kombination und Wie-
derverwendung von automatisiertem Equip- ERFOLGREICHES PLUGFEST Mit MTP 2.0 wurden gegenüber den bisheri-
ment unterschiedlicher Hersteller und bildet gen Versionen zentrale Erweiterungen und
damit eine Grundlage für flexible, skalierbare Die neue Version des Standards wurde Verbesserungen umgesetzt. Dazu zählen un-
und interoperable Produktionsprozesse. nicht nur konzeptionell weiterentwickelt, ter anderem eine nochmals optimierte Inter-
sondern bereits praktisch erprobt: Mehrere operabilität zwischen der Anlagenebene und
Nach erfolgreicher finaler Abstimmung der Mitgliedsunternehmen haben MTP 2.0 im- Leitsystemen, funktionale Erweiterungen und
Inhalte durch die Expertenkreise der drei plementiert und im Rahmen eines Plugfests eine klare Ausrichtung auf zukünftige Anfor-
Trägerorganisationen PI, NAMUR und ZVEI erfolgreich getestet. Ziel war es, die Intero- derungen der Prozessindustrie. Aufgrund der
wurden die Spezifikationsdokumente zur perabilität und Funktionsfähigkeit der neu- konsequenten Weiterentwicklung ist MTP 2.0
Freigabe bereitgestellt. Mit der Entscheidung en Version in der Praxis zu testen. branchenübergreifend einsetzbar, von der
zur Veröffentlichung vom MTP Steering Com- Chemie- und Pharmaindustrie über Food &
mittee der drei federführenden Organisatio- Sechs zukünftige MTP-Anbieter nahmen mit Beverage bis hin zu weiteren Industriezwei-
nen steht nun die Spezifikation für die Um- fünf Process Orchestration Layer (POL)- und gen. Mit anderen Worten: Die Modularisierung
setzung in Produkten und Anwendungen sechs Process Equipment Assembly (PEA)- wird die Prozessindustrie revolutionieren.
der Industrie zur Verfügung. Lösungen teil. Unter anderem wurden der www.profibus.de
Bilder: PNO
Viel Spaß hatten die Teilnehmer des Plugfestes, auf dem Interoperabilität und Funktionsfähigkeit des neuen MTP-Standards getestet wurden.
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