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Gemeinsames Update der FieldComm Group, ODVA und PI zum Advanced Physical Layer für Industrial Ethernet

Weber,
Bad-Neuenahr — 8. November 2017 — Die Organisationen FieldComm Group, ODVA und PI (Profibus & Profinet International) berichten gemeinsam über den aktuellen Status der neuen Technologie und der Standards für den Advanced Physical Layer – APL – als Erweiterung von Industrial Ethernet für anspruchsvolle Anwendungen in der Prozessautomatisierung. Auf der Pressekonferenz wurden die Aktivitäten des Projekts sowie der Zeitplan zur Umsetzung des Advanced Physical Layer als eigensichere 2-Draht Ethernetlösung mit einer großen Reichweite von bis zu 1000m für den Einsatz in Feldgeräten der Prozessautomatisierung erläutert. Neben den Organisationen selbst waren Vertreter von Anbietern für Prozessmesstechnik und -steuerungen anwesend, um einen umfassenden Überblick über die Vorteile von APL für Endanwender in der Prozessindustrie vorzustellen. Zudem wurden die notwendigen Aktivitäten erläutert, die zur erfolgreichen Spezifikation von APL notwendig sind, um dessen Einsatz in Feldgeräten der Prozessmesstechnik vorzubereiten.

Gemeinsam mit Anbietern von Prozessautomatisierung und Prozessmesstechnik möchten die Organisationen die laufenden Arbeiten der Arbeitsgruppe IEEE 802.3cg unterstützen, die aktuell einen neuen IEEE 802.3 Ethernet Standard entwickelt, der mit 10 Mbit/s über eine 2-Draht Leitung inkl. optionaler Stromversorgung arbeitet. Außerdem sollen weitere von den Anbietern durchgeführte Entwicklungen unterstützt werden, um die Anforderungen für ein Industrial Ethernet, das in explosionsgefährdeten Bereichen bis zur Zone 0, Class  1/Division 1 eingesetzt werden kann, zu definieren und die hierzu notwendige Technologie zu implementieren.

Gemeinsam haben die Organisationen und Anbieter ein Steering Committee gebildet, das die Arbeiten zur Realisierung und zur Förderung des Advanced Physical Layer für EtherNet/IP, HART-IP und PROFINET koordinieren soll. Dr. Jörg Hähniche, Endress+Hauser, Vorsitzender des Steering Committee, Stefan Lüder, Siemens, Projektmanager für die APL-Aktivität, Ted Masters, President der Organisation FieldComm Group, Katherine Voss, President der Organisation ODVA, sowie Karsten Schneider, Chairman der Organisation PI, haben gemeinsam über den aktuellen Stand informiert.

„Durch APL wird die bestehende Ethernet-Technologie ausgeweitet, sodass wir unsere herkömmliche Zweidraht-Anschaltung für Feldgeräte in der Zündschutzart „Eigensicherheit“ beibehalten können; der Standard stellt daher einen entscheidenden Fortschritt für unsere Branche dar“, erklärt Ted Masters, President der FieldComm Group.  „Es werden auch weiterhin zahlreiche Protokolle in allen Anwendungen zum Einsatz kommen, jedoch mit den zusätzlichen Möglichkeiten von APL- und Ethernet-basierten Technologien. Mit der Integration über FDI und dem entsprechenden Informationsmodell muss sich unsere Branche nun nicht länger auf das Protokoll konzentrieren, sondern kann von den Informationen der Feldgeräte profitieren.“

„EtherNet/IP hat bereits bewiesen, dass es den Anwendern entscheidende Vorteile hinsichtlich Leistung, Anwenderfreundlichkeit, Interoperabilität und seinem umfassenden Anbieterpool bietet“, so Katherine Voss, President der ODVA. „EtherNet/IP ist zukunftssicher und bereit, die vielen spannenden Entwicklungen zu nutzen, die dem Industrial Ethernet noch bevorstehen, wie das 2-Draht Ethernet, das Anwendern zahlreicher Anwendungen einfachere und kostengünstigere Anschlussschemata bieten wird. Anwender aus der Prozessindustrie werden von der künftigen APL-Technologie mit am meisten profitieren.“

„Von Industrie 4.0 angetriebene Innovationen, und hierbei insbesondere Ethernet-basierte Kommunikationssysteme, sind die treibenden Kräfte zur Erhöhung der Profitabilität von Prozessindustrien, deren Produktionssysteme unter schwierigen Umgebungsbedingungen über Jahre unterbrechungsfrei laufen müssen“, fügt Karsten Schneider, Chairman von PI hinzu. „Es wird aber noch immer eine Lösung benötigt, mit der PROFINET-Geräte auch für den Einsatz in explosionsgefährdeten Bereichen, basierend auf Zweidrahttechnik inkl. Stromversorgung über die Leitungen, angeboten werden können. Deshalb setzt sich PI für die Implementierung von APL ein, dem hierfür ausgerichteten Physical Layer für die Ethernet-Kommunikation, der in einem gemeinsamen Projekt mit namhaften Industrieunternehmen und -organisationen entwickelt wird.“

Basierend auf den von der Arbeitsgruppe IEEE 802.3cg veröffentlichten Zeitplänen erwarten die Organisationen, dass der neue Ethernet Standard für 10Mbit/s über die 2-Draht Leitung und für bis zu 1000m Reichweite bis 2020 abgeschlossen sein wird. Auch aufgrund der zusätzlichen Aktivitäten der Anbieter von Prozessautomatisierung und Prozessmesstechnik zur Beschleunigung der Technologieentwicklung für APL erwarten die Organisationen, dass die ersten über Ethernet verbundenen Feldgeräte für den Einsatz in explosionsgefährdeten Bereichen 2021 oder 2022 verfügbar sein werden.

Da die künftigen Entwicklungen für den Advanced Physical Layer für Industrial Ethernet Endanwendern in der Prozessindustrie erhebliche Vorteile bieten werden, wurde diese Pressekonferenz im Rahmen von Aktivitäten in Vorbereitung auf die diesjährige Hauptversammlung der NAMUR, einem internationalen Verband der Anwender von Automatisierungstechnik der Prozessindustrie, abgehalten. Im Rahmen ihrer gemeinsamen Förderung von APL und seiner möglichen Anwendung auf ihre jeweiligen Industrial Ethernet Netzwerke – EtherNet/IP, HART-IP und PROFINET – planen die Organisationen, an für Anwender in der Prozessindustrie relevanten Veranstaltungen wie der ACHEMA 2018 weitere Updates zu geben. Die ACHEMA 2018 findet vom 11. bis 15. Juni 2018 in Frankfurt statt.  

Über FieldComm Group
Die FieldComm Group ist eine globale, standardbasierte Organisation, der führende Prozessanwender, Hersteller, Universitäten und Forschungseinrichtungen angehören, die gemeinsam die Entwicklung, Übernahme und Umsetzung von Kommunikationstechnologien für die Prozessindustrien lenken. Die FieldComm Group ist zudem verantwortlich für die FDI™-Technologie. Ihre Mission ist die Entwicklung, Verwaltung und Förderung globaler Standards für die Integration digitaler Geräte in die Architektur von Automatisierungssystemen bei gleichzeitigem Schutz der Investitionen in die Prozessautomatisierung, namentlich in die HART®- und FOUNDATION™ Fieldbus-Kommunikationstechnologien. Die Mitgliedschaft steht jedem offen, der an der Nutzung dieser Technologien interessiert ist. Weitere Informationen erhalten Sie auf der Website der FieldComm Group: www.fieldcommgroup.org/de/.

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:
Talon Petty
Tpetty@FieldCommgroup.org

Über ODVA
Die ODVA ist eine internationale Standardentwicklungs- und Handelsorganisation, deren Mitglieder aus den Reihen der weltweit führenden Automationsanbietern stammen. Ihr Ziel ist es, offene, interoperable Informations- und Kommunikationstechnologien für die Industrieautomation voranzutreiben. Zu ihren Standards zählen das Common Industrial Protocol bzw. „CIP™“, das medienunabhängige Netzwerkprotokoll der ODVA sowie die Netzwerkadaptionen des CIP EtherNet/IP, DeviceNet, CompoNet™ und ControlNet™. Für die Interoperabilität von Produktionssystemen und deren Integration mit anderen Systemen setzt die ODVA auf den Einsatz von COTS- (Commercial-Off-The-Shelf-), Standard-Internet- und -Ethernet-Technologien als Leitprinzip. Dieses Prinzip spiegelt sich im EtherNet/IP wider, einem der weltweit führenden industriellen Ethernet-Netzwerke.  Besuchen Sie die ODVA im Internet: www.odva.org.
 
Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:
John Jackson
ODVA Europäische Kommunikationsstelle
jjackson@odva.org

Adrienne Meyer
ODVA Hauptgeschäftsstelle
ameyer@odva.org
+1 734 975-884

Über PI
PI ist eine weltweit tätige Automatisierungsgemeinschaft, die von 25 verschiedenen regionalen Verbänden vertreten wird und für PROFIBUS und PROFINET, die beiden führenden industriellen Kommunikationsprotokolle für alle Branchen, verantwortlich ist. Die gemeinsamen Anliegen des weltweiten PI-Netzwerks von Anbietern, Entwicklern, Systemintegratoren und Anwendern sind die zunehmende Verbreitung, Weiterentwicklung sowie Anwendung von PROFIBUS und PROFINET. Auf regionaler und globaler Ebene arbeiten mehr als 1.400 Mitgliedsunternehmen auf der ganzen Welt gemeinsam an einer bestmöglichen Automatisierung. Der weltweite Einfluss und die Reichweite der Organisation sind in der Automatisierungsbranche einzigartig. Weitere Informationen finden Sie im Internet unter www.profibus.com.

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:
Barbara Weber
PI (PROFIBUS & PROFINET International)
Barbara.Weber@profibus.com
+49 721 96 58 - 5 49
 

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