Karlsruhe, 11. September 2001:
Die PROFIBUS Nutzerorganisation e.V. kündigt heute an, die Entwicklung des neuen OPC-Standards "Data Exchange" (DX) für Ethernet-basierte Kommunikationssysteme zu unterstützen. Dies erfolgt in einer Arbeitsgruppe der OPC Foundation zusammen mit ControlNet International, Fieldbus Foundation und Open DeviceNet Vendor Association.
Der Standard OPC DX stellt ein Konzept zum systemübergreifenden Datenaustausch auf Basis von Ethernet dar. Er ermöglicht den Datenaustausch zwischen Systemen unterschiedlicher Herkunft. Damit wird das Problem vieler Endanwender gelöst, beim Datenaustausch zwischen Systemen verschiedener Hersteller unterschiedliche Protokolle unterstützen zu müssen.
Im Zuge dieser Aktivität erweitert die OPC Foundation ihre Spezifikation um OPC DX. Mit OPC DX wird ein interoperabler Datenaustausch und Server-zu-Server-Kommunikation in Ethernet-Netzwerken ermöglicht. Der existierende OPC-Standard (OPC Data Access) beschreibt den Austausch von Daten zwischen HMI- und Steuerungssystemen, der von dem Großteil der heute führenden Automatisierungsanbieter unterstützt wird. Bei Einführung von OPC DX bleibt der existierende Teil unverändert. Im Gegensatz dazu wird mit OPC DX ein gleichberechtigter Datenaustausch zwischen allen beteiligten Teilsystemen möglich. OPC DX ist gleichermaßen für den Einsatz in der Fertigungs- sowie Prozessautomatisierung geeignet. Darüber hinaus wird in OPC DX eine Engineeringschnittstelle definiert, mit der die Konfiguration des Datenaustausches aller in einer Anlage beteiligten Systeme möglich wird.
Tom Burke, Präsident der OPC Foundation, erklärt, die Übereinkunft mit den führenden Feldbus-Organisationen sei bei der Erweiterung der OPC-Datenzugriffsspezifikation von entscheidender Bedeutung, denn die Unterstützung durch führende Organisationen sichere die Akzeptanz dieses Standards. "OPC bot sich für den Ethernet-Datenaustausch an, weil viele Automationsunternehmen bereits mit OPC-Standards arbeiten," sagt Burke. "Diese Standards bieten die Möglichkeit, Plug-and-Play-Softwarekomponenten unterschiedlicher Automatisierungsanbieter zu entwickeln, die sich mühelos in unternehmensweite Automatisierungs- und Bürosysteme integrieren lassen."
Die Ergebnisse der Arbeitgruppe werden eine Spezifikation von OPC DX und ein Sample Code sein, die im Dezember 2001 verfügbar sein sollen. OPC DX erfordert keine Änderungen an existierenden Feldbus-Lösungen.
OPC DX eröffnet PROFInet neue Möglichkeiten. Als offenes System spezifiziert PROFInet die Run-Time-Kommunikation und das Engineering innerhalb eines PROFInet-Systems und zu unterlagerten PROFIBUS- und anderen Feldbussystemen. OPC DX ermöglicht einen weiteren offenen Datentransfer zwischen PROFInet und anderen Ethernet-basierten Kommunikationssystemen, wie das CIP der ODVA.
Führende Systemhersteller haben inzwischen ihre Bereitschaft zur Entwicklung von Produkten mit OPC DX erklärt. Aus dem Umfeld der PNO sind dies u. a. ABB, Bosch-Rexroth, Moeller und Siemens. Helmut Gierse, Vorstandsvorsitzender von Siemens Automation and Drives (A&D), erklärt: "Das OPC DX-Protokoll ist ein wichtiger Beitrag zur weltweiten Standardisierung in der Industrieautomatisierung. Wir sehen uns als Marktführer in der Verpflichtung, solche offenen Lösungen zu unterstützen und zu gestalten. Bereits ab Mitte 2002 werden wir wichtige Schlüsselprodukte mit OPC DX-Funktionalität anbieten." Prototypen sollen erstmals im April 2002 auf der Hannover Messe Industrie vorgestellt werden.
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