Performance bei PROFINET
Vor einem Jahr hat die PROFIBUS Nutzerorganisation e.V. (PNO) Ergebnisse einer wissenschaftlichen Untersuchung zum Thema Kommunikationsperformance bei Ethernet vorgestellt. Es ergab sich, dass im Bereich komplexer Maschinen- und Anlagenstrukturen die Performance bei PROFINET schon immer deutlich besser als bei allen anderen Verfahren ist. Lediglich in Linienstrukturen wurde im Falle sehr kurzer Telegramme zusätzliches Performance-Potential erkannt. Auf der Hannover Messe 2008 hat die PNO auf ihrem Messestand mittels Testaufbau bereits die Realisierbarkeit bewiesen.
Die in der PNO zuständigen Arbeitskreise integrieren derzeit die zusätzlichen Mechanismen als kompatible Option in die Spezifikation. Es handelt sich hierbei insbesondere um Dynamic Frame Packing (DFP) und Fast Forwarding. Mittels DFP tauschen die in einer Linienstruktur angeordneten Teilnehmer Telegramme aus, die sich auf dem Weg durch die Teilnehmer immer weiter verkürzen. Mittels "Fast Forwarding" wird eine kurze Durchleitzeit erreicht, die am technischen Limit der Ethernet-Technologie liegt - gleichzeitig aber nach wie vor immer vollständige Offenheit für den Standard TCP/IP bietet.
Bei allen laufenden Arbeiten ist volle Kompatibilität mit dem heutigen Gerätespektrum für die PNO das wichtigste Designziel: Existierende Geräte können mit denjenigen, die die genannten optionalen Mechanismen nutzen, im Verbund betrieben werden. Aus Anwendersicht bleibt somit alles unverändert.
In den Arbeitskreisen sind sowohl Technologielieferanten als auch Geräte- und Systemhersteller vertreten, so dass eine offene und kompatible Integration in die verfügbaren Basistechnologien und Geräte sichergestellt ist. Die Spezifikationsarbeiten werden in der 2. Jahreshälfte 2009 abgeschlossen.
Zusammen mit den bereits verfügbaren optionalen Funktionen, wie z. B. beschleunigte Hochlaufzeiten (Fast Startup) oder Taktsynchronität, erfüllt PROFINET mit seiner modularen und flexiblen Technologie die Anforderungen aller Branchen und Märkte - von der Prozessindustrie bis hin zum High-End Maschinenbau.
Daher setzen immer mehr Hersteller auf den offenen Standard PROFINET, in der Gewissheit, auch zukünftig an innovativen Weiterentwicklungen teilhaben zu können.

