Der VDI (Verein Deutscher Ingenieure) hat im September 2010 die ersten Blätter einer neuen Richtlinienreihe (VDI 4201 Blatt 1 und 2) über die „Mindestanforderungen an automatische Mess- und elektronische Auswerteeinrichtungen zur Überwachung der Emissionen - Digitale Schnittstelle“ verabschiedet. In Blatt 2 wird dargestellt, dass PROFIBUS PA alle Anforderungen der VDI 4201 an eine digitale Schnittstelle hinsichtlich Hard- und Software sowie in Bezug auf die geforderte Überprüfung erfüllt. Anwender der VDI 4201 können somit bei der Überwachung genehmigungsbedürftiger Anlagen, z. B. in Kraftwerken, Chemieanlagen oder Zementwerken, auf ein international genormtes, seit über zwei Jahrzehnten weltweit eingesetztes Kommunikationssystem zurückgreifen.
Die neue Richtlinienreihe VDI 4201 setzt die Anforderungen der „Bundeseinheitlichen Praxis bei der Überwachung der Emissionen“ des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) hinsichtlich der vollständigen Beschreibung einer digitalen Schnittstelle im Normen- und Richtlinienwerk um.
Die „Bundeseinheitliche Praxis bei der Überwachung der Emissionen“ regelt für eine ganze Reihe von genehmigungsbedürftigen Anlagen die Durchführung von Emissionsmessungen. Neben den rein messtechnischen Vorgaben legt das Papier auch die Datenübertragung zwischen der automatischen Messeinrichtung und der elektronischen Auswerteeinrichtung fest. In der Vergangenheit erfolgte die Datenübertragung fast immer über einen 4 … 20 mA-Stromausgang. Die aktuelle Ausgabe der BMU-Festlegungen erlaubt jedoch neben dieser analogen Übertragung der Mess- und Statussignale auch die Verwendung einer digitalen Schnittstelle, fordert aber deren vollständige Beschreibung im Normen- und Richtlinienwerk. Das Blatt 2 der VDI 4201 erfüllt diese Forderung hinsichtlich des Feldbussystems PROFIBUS. Dadurch wird gewährleistet, dass bei Installation eignungsgeprüfter Geräte mit PROFIBUS PA-Profil zum einem die notwendigen Eigenschaften und Qualitätskriterien für den Einsatz in genehmigungspflichtigen Anlagen erfüllt werden und zum anderen keine Kompatibilitätsprobleme auftreten, wenn Geräte unterschiedlicher Hersteller verwendet werden.

