TCI-Spezifikation fertig gestellt
Nürnberg, 29. November 2006: Die PROFIBUS Nutzerorganisation e.V. (PNO) hat nach weniger als einem Jahr Entwicklungszeit die TCI-Spezifikation (Tool Calling Interface) fertig gestellt. TCI erlaubt herstellerübergreifend das Laden von dynamischen Parametern in PROFIBUS- und PROFINET-Geräte, ohne das Engineering-Tool des Automatisierungssystems verlassen zu müssen. Für die Anwender ergibt sich daraus eine deutliche Vereinfachung und Zeitersparnis bei der Projektierung ihrer Anlagen und Maschinen.
Intelligente Feldgeräte, die eine Vorverarbeitung von Anlagendaten oder definierte Teilfunktionalitäten übernehmen (z.B. Laser-Scanner), benötigen meist anlagenspezifische Parameter, um in der jeweiligen Umgebung optimal arbeiten zu können. Das Erstellen und Laden dieser dynamischen Parameter ist bisher nicht direkt mit dem Engineering-Tool des Automatisierungssystems durchführbar, so dass der Projekteur für jeden Gerätetyp ein zusätzliches, herstellerspezifisches Geräte-Engineering-Tool einsetzen muss.
Mit TCI hat die PNO ein Konzept entwickelt, das eine Aufrufschnittstelle für das Geräte-Engineering-Tool und das Engineering-Tool des Automatisierungssystems definiert und damit die Kommunikation mit den Feldgeräten über Netzwerkgrenzen hinweg unterstützt und vereinheitlicht. Aus Sicht des Anwenders ist die Integration von TCI so einfach wie die Installation eines Druckers am PC. Der Hersteller eines intelligenten Feldgerätes muss lediglich ein Installationsprogramm für das Geräte-Engineering-Tool, die Beschreibung der Funktionalität als XML-Datei und das Geräte-Engineering-Tool selbst liefern.
Die TCI-Funktionalität bietet:
- eine herstellerübergreifende, einheitliche Aufruf-Schnittstelle für alle Geräte-Engineering-Tools und Engineering-Tools der Automatisierungssysteme
- einfaches Handling beim Projektieren;
- Parametrierung/Diagnostizierung über Netzwerkgrenzen hinweg;
- zentrale oder dezentrale Datenablage;
- einfaches Nachladen der eingestellten Parameter beim Gerätetausch.
Der Hersteller eines intelligenten Feldgerätes definiert die Funktionalität des Geräte-Engineering-Tools in einer XML-Datei. Dabei kann das Tool so ausgelegt werden, dass es für mehrere unterschiedliche Feldgeräte verwendet werden kann. Die im Engineering-Tool integrierte Kommunikationsschnittstelle erfordert vom Anlagen-Projekteur kein spezielles Kommunikationswissen. Er kann ohne Zusatzaufwand die Kommunikation zum Gerät herstellen und PROFIBUS/PROFINET-Geräte parametrieren und diagnostizieren. Damit verbunden ist auch ein einheitlich definierter Ablagepfad innerhalb eines Automatisierungsprojekts. Durch diese gemeinsame Datenablage ist es möglich, alle beim Anlagen-Engineering abgelegten Parameter und Programme zu archivieren bzw. nachzuladen.
Die Entwicklung der TCI-Spezifikation wurde in enger Abstimmung mit der AIDA (Automatisierungsinitiative Deutscher Automobilhersteller) durchgeführt. Alle Anforderungen dieses wichtigen Anwenderkreises wurden mit den Experten der PNO abgestimmt und sind in die Spezifikation eingeflossen. Dementsprechend hat die AIDA den Wunsch nach einer schnellen und konsequenten Einführung von TCI geäußert.
Auf der SPS/IPC/DRIVES 2006 wurde am Stand der PNO die Funktionalität von TCI an Hand des Engineering-Tools STEP 7 und verschiedener Geräte-Engineering-Tools gezeigt.
Die TCI-Spezifikation ist frei verfügbar und liegt - für PNO-Mitglieder kostenlos - auf der PROFIBUS-Website unter www.profibus.com zum Download bereit.


