TCI Tool Calling Interface
Hannover, 24. April 2006: Im Dezember 2005 hat die PROFIBUS Nutzerorganisation e.V. (PNO) beschlossen, mit TCI (Tool Calling Interface) eine offene Aufrufschnittstelle für Gerätebedientools zu spezifizieren. Noch vor der Hannovermesse 2006 hat die PNO die ersten TCI-Dokumente (Spezifikation der Aufrufschnittstelle, Beschreibung der Abbildungs-Mechanismen auf PROFIBUS sowie eine Implementation Guideline) fertig gestellt und in den Review gegeben. In der Review-Phase wird die prototypische Umsetzung von verschiedenen im TCI-Arbeitskreis aktiven Unternehmen durchgeführt. Die Verabschiedung der final-Version ist für den September 2006 geplant. Die Beschreibung der Abbildungs-Mechanismen auf PROFINET werden im Herbst 2006 folgen.
Leistungsfähige Bedientools unterstützen den Anwender bei der Optimierung seiner Produkti-onsprozesse durch die flexible Einstellung anwendungsabhängiger Geräteparameter in intelligenten Feldgeräten. Teilweise werden diese Tools auch im Asset Management bei der Wartung von Produktionsanlagen und damit zur Erhöhung der Anlagenverfügbarkeit nutzbringend eingesetzt. TCI ermöglicht eine einheitliche, aber dennoch einfache Einbindung bestehender proprietärer Bedientools, die in der Fertigungsautomatisierung insbesondere für drehzahlveränderbare Antriebe oder für Komponenten im Rahmen der Maschinensicherheit (z.B. mit PROFIsafe) bei Anwendern im Einsatz sind. Sowohl intelligente Antriebe als auch flexible Sicherheitskomponenten brauchen diese leistungsfähigen Bedientools, um den vollen Kundennutzen zu entfalten.
Die TCI- Schnittstelle muss sowohl im zentralen Engineeringtool des Automatisierungssystems (SPS, Soft-PLC) als auch in den proprietären Gerätetools implementiert werden. Der Toolaufruf selbst erfolgt mit Windowsbefehlen. Die Parameter für das aufgerufene Tool werden in einer Datei übergeben, deren Struktur im Rahmen von TCI spezifiziert ist. Die Implementierung wird sowohl im zentralen Engineeringtool als auch im Gerätetool mit nur geringem Aufwand realisiert. TCI erlaubt gleichermaßen den Aufruf existierender herstellerspezifischer Tools wie auch offener Bediensoftware auf Basis von FDT und EDDL.

