Nürnberg, 23. November 2004:
Die PROFIBUS Nutzerorganisation e.V. (PNO) hat zwei neue PROFIBUS Profile für Identsysteme und für Wäge- & Dosiersysteme veröffentlicht. Im Zuge der Tracking & Tracing-Bestrebungen vieler Konzerne zur Verbesserung der Logistik sowie der ab 2005 gesetzlich geforderten Rückverfolgbarkeit in der Nahrungsmittel- und der Pharmaindustrie erhält die einfache Einbindung solcher Systeme in übergeordnete Firmennetzwerke eine immer größere Bedeutung.
Identifikationssysteme auf Basis von Transpondern und Barcodes gewinnen in Produktionsprozessen zunehmend an Bedeutung. Bereits heute sind sie aus der Produktverfolgung, der Erkennung eines individuellen Objektes oder der Speicherung von Daten direkt am Produkt nicht mehr wegzudenken. Der Markt bietet dementsprechend eine Vielzahl von Geräten unterschiedlicher Hersteller, die aus Anwendungssicht untereinander aber nicht kompatibel sind. Ursache hierfür ist zum einen eine nicht standardisierte "Luftschnittstelle" bei den Transpondersystemen und zum anderen ein fehlender Standard für die Übertragung der Daten zwischen der SPS und den Identifikationssystemen. Konsequenz ist ein Mehraufwand bei der Bedienung und der Integration in Steuerungssysteme.
Ähnlich ist die Situation bei Wäge- und Dosiersystemen. Da fast alle Produktionsprozesse Wägesysteme benötigen, sind auch zahlreiche unterschiedliche Wägeprinzipien im Einsatz, die bisher ebenso viele unterschiedliche und komplexe Anbindungen an Steuerungen erforderlich machen. Es gibt derzeit keine internationalen Standards, die die unterschiedlichsten Waagetypen klassifizieren.
Identsysteme und Wäge- & Dosiersysteme stellen hohe Ansprüche an die Feldbuskommunikation, da sie aufgabenorientiert Bedarf an zyklischer und (teilweise. umfangreicher) azyklischer Kommunikation haben. Deshalb hat die PNO mit der Erstellung der neuen Profile einen Standard zur Gewährleistung der Interoperabilität zwischen Feldgeräteanwendung und Steuerungsprogramm geschaffen.
Bei der Definition der beiden Profile wurden neue Wege beschritten. Es wurde darauf verzichtet, wie bisher üblich, die Details der Feldgeräte im Einzelnen zu beschreiben. Statt dessen werden Stellvertreterbausteine definiert, so genannte Proxy-Functionblocks, die ein standardisiertes Programmier-Interface (das heißt definierte Functionblock-Eingänge und -Ausgänge) und unterlagerte Kommunikationsmechanismen zwischen der SPS und dem Feldgerät beinhalten. Da die Spezifikation der Bausteine entsprechend den Festlegungen der IEC 61131-3 erfolgte, ist eine leichte Portierbarkeit eines Bausteines auf unterschiedliche Steuerungssysteme gewährleistet.
Ziel der neuen PROFIBUS-Profile ist die Interoperabilität von Produkten unterschiedlicher Hersteller auf Basis von einheitlichen Proxy-Functionblocks in der Steuerung sowie von einheitlichen Kommunikationsmechanismen zwischen Steuerung und Feldgerät, wodurch erhebliche Engineering-Kosten bei der Applikation eingespart werden können. Ein weiterer Vorteil ergibt sich bei Ausschreibungen durch wohldefinierte Spezifikationen auf Basis von entsprechenden Ident-Geräte- und Wäge-/Dosiersystem-Profilen.
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