IO Link PROFIBUS PROFINET
Stuttgart, 23. Mai 2006: Die PROFIBUS Nutzerorganisation e.V. (PNO) erarbeitet mit derzeit 14 Herstellern von Sensoren, Aktoren und Automatisierungssystemen im Arbeitskreis "IO-Link" die Spezifikation einer feldbus-unabhängigen Kommunikations-Schnittstelle für intelligente Senso-ren / Aktoren in der Fertigungsautomatisierung. Zum Umfang der Arbeiten gehören die Übertragungs-Physik (elektrische und mechanische Eigenschaften, Topologie), die Kommunikation der Sensoren / Aktoren mit der EA-Baugruppe, eine neutrale Datenschnittstelle zum übergeordneten Kommunikationssystem und das Engineering.
IO-Link integriert konventionelle und intelligente Aktoren und Sensoren in Automatisierungs- Systeme; der gemischte Betrieb von herkömmlichen und intelligenten Geräten ist ohne Mehraufwand möglich. IO-Link nutzt dabei vorhandene Kommunikations-Systeme (Feldbusse oder Ethernet-basierte Systeme); die letzten Meter zu den Aktoren und Sensoren werden in einer Punkt-zu-Punkt-Verbindung mit handelsüblichen, ungeschirmten Standardkabeln verbunden. Damit trägt IO-Link zur Reduzierung der Schnittstellen und der Variantenvielfalt bei.
Typische intelligente Aktoren / Sensoren sind z.B. Ventilinseln, Motorstarter, optische Sensoren, Lichtgitter, Analog-Signale, RFID oder Stellgeräte. Diese Geräte können applikationsspezifische Parameter und Daten (z.B. auch Diagnosedaten) besitzen, die über ein serielles Kommunikationsverfahren übertragen werden. Dabei sind flexible Telegrammlängen möglich, um auch umfangreiche Datensätze - z. B. für RFID oder Lichtgitter - übertragen zu können. Die Kommunikation basiert auf einem Standard UART-Protokoll mit einer 24 V Pulsmodulation; die zum Einsatz kommenden Standardbausteine werden heute schon für die Parametrierung verwendet und sind sehr preisgünstig. Prozess-, Service- und Diagnosedaten können dabei zyklisch in typisch 2 ms übertragen werden; azyklisch können weitere Parameter und Daten übertragen werden.
IO-Link ermöglicht die zentrale Fehlerdiagnose und -ortung bis zur Ebene der Sensoren und Aktoren. Durch die exakte Fehlerortung oder Wartungsanforderung werden Maschinenstillstandszeiten reduziert; der Austausch von Geräten wird über eine zentrale Parameterhaltung deutlich vereinfacht. Damit schafft IO-Link eine kostenoptimierte Lösung der Gesamtkette vom Aktor / Sensor bis zur Integration in das Automatisierungssystem. Investitionsschutz für Hersteller und Anwender wird dadurch erreicht, dass alle heute verfügbaren Sensoren über den Standard IO-Mode angeschlossen werden können und der gemischte Betrieb mit weiterentwickelten intel-ligenten Produkten möglich ist; deshalb besitzt IO-Link von Anfang an eine hohe Akzeptanz.
IO-Link wird sich als der Kommunikationsstandard unterhalb der klassischen Feldbusse etablie-ren. Die feldbusunabhängige Übertragung mit IO-Link ist bereits spezifiziert, die Festlegung der Integration in die Feldbusse erfolgt bis Herbst 2006. Eine prototypische Lösung für PROFIBUS, PROFINET und Interbus wird auf der SPS/IPC/DRIVES 2006 gezeigt werden. Erste Serienprodukte sollen zur HM 2007 zur Verfügung stehen. Die Standardisierung von IO-Link in der IEC ist in Vorbereitung.


