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IDA-Group und PROFIBUS Nutzerorganisation (PNO): Zusammenarbeit bei technischen Themen
 
16.04.2002
Germany

Hannover, 16. April 2002

 

Die IDA-Group und die PROFIBUS Nutzerorganisation haben die Zusammenarbeit bei technischen Themen gemeinsamen Interesses für Ethernet-basierte Kommunikationslösungen beschlossen.

Der Trend hinsichtlich einer weiteren Dezentralisierung der Steuerungsfunktion in der Automation sowie die Verlagerung von Intelligenz in Richtung der Sensoren und Aktoren setzt sich kontinuierlich fort. Dabei werden bekannte Standards aus der IT-Welt wie Ethernet TCP/IP und Internetdienste in moderne Automatisierungskonzepte integriert. Die IDA-Group und die PNO arbeiten derzeit an der Erstellung solcher Konzepte.

Innerhalb der IDA-Group hat die Arbeitsgruppe "Architektur" eine Spezifikation zur Beschreibung eines verteilten Automatisierungssystems in Anlehnung an die IEC 61499 erarbeitet und validiert das Modell derzeit an realen Anlagen/Maschinen. Weiterhin wurden in den Arbeitsgruppen "Realtime on Ethernet" und "Web" Spezifikationen des Objektmodells auf der Grundlage eines Publisher/Subscriber-Mechanismus (RTPS) sowie Definitionen von Web-Services auf Basis einer skalierbaren Web-Server-Architektur entwickelt. Zusätzlich wurde für die systemunabhängige Beschreibung von Geräten eine an die ISO-15745-1 angelehnte Gerätebeschreibungssprache XDDML (eXtensible Device Description Markup Language) spezifiziert. Für das Thema "Safety on Ethernet" ist die Spezifikation abgeschlossen und eine Prüfung der Spezifikation beim TÜV Rheinland erfolgreich durchgeführt.

Die PNO hat die Spezifikation und die Runtime-Software von PROFInet im Oktober 2001 veröffentlicht. Beide sind zusammen mit dem Implementation Guide von der PROFIBUS website www.profibus.com downloadbar. Inzwischen hat PROFInet die praktische Piloterprobung erfolgreich bestanden. Die dabei gewonnenen Erfahrungen sind in die PROFInet Version V1.1 eingeflossen und haben zu einer deutlichen Performancesteigerung und Reduzierung des benötigten Speicherplatzbedarfs geführt. Diese neue Version ist ab Ende Mai 2002 ebenfalls per Download verfügbar.

In der nächsten Stufe wird PROFInet um eine Reihe wichtiger Funktionen ergänzt. Das sind Network Management, die Echtzeitfähigkeit unter Ethernet auf Basis einer Software-Lösung und die Einbindung dezentraler Peripherie an Ethernet, wobei das unter PROFIBUS bewährte I/O-Abbild auch bei PROFInet zur Verfügung steht.

Die IDA-Group und die PNO starten in 2002 mit der Markteinführung ihrer jeweiligen Lösungen (IDA bzw. PROFInet) und streben dabei die Verwendung weltweit akzeptierter Standards statt der Entwicklung individueller Lösungen an. Diese weitgehend identische Vorgehensweise ermöglicht eine pragmatische Zusammenarbeit, die beiden Seiten substanzielle Vorteile bietet. Mit dem Ziel, gemeinsam die Unterschiede zwischen den Lösungen zu minimieren und bei neuen Themen durch frühzeitige Abstimmung ein weiteres Auseinanderdriften der Standards zu verhindern, wurden jetzt zwei Themen identifiziert, mit denen eine Zusammenarbeit aufgenommen wird. Dies dient vor allem dem Bedürfnis der Anwender, ein möglichst hohes Maß an Interoperabilität von Geräten unterschiedlicher Hersteller zu erhalten.

Für die Bearbeitung der Themen "Geräteintegration" und "Plug-and-Work" werden Joint IDA/PNO Working Groups eingesetzt, die ihre Arbeit nach der Hannover Messe 2002 aufnehmen und bereits im September 2002 erste Ergebnisse vorlegen werden. Zusätzlich zu den Joint Working Groups werden in gemeinsamen Statusrunden von IDA-Group und PNO Entscheidungen über das weitere gemeinsame Vorgehen vorbereitet.

Bei der Integration von Geräten in Automatisierungslösungen besteht heute die Situation, dass Gerätehersteller für jeden Standard unterschiedliche Gerätebeschreibungen erstellen und pflegen müssen. Für die Anbieter von Software-Werkzeugen bedeutet dies, dass alle relevanten Gerätebeschreibungen zu berücksichtigen sind. Mit dem Ziel, diese Aufwände durch die Definition eines gemeinsamen Standards zu minimieren, wird sich die Joint Working Group "Geräteintegration" an dem IEC-Standard "Device Profile Guidelines" orientieren und Skalierungsmöglichkeiten der Geräteintegration auf Basis der vorhandenen Beschreibungsmittel (XML, DD, DTM etc.) standardisieren.

Auch wenn Geräte heute über eine standardisierte Ethernet-Schnittstelle verfügen, ist nicht sichergestellt, dass Produkte unterschiedlicher Hersteller und Standards an einem Netz gleichzeitig betrieben werden können sowie dass die Konfiguration und Diagnose der Geräte nach einheitlichen Mechanismen abläuft. Um diese Situation zukünftig zu vermeiden, wird die Joint Working Group "Plug-and-Work" Spezifikationen für die automatische Adressvergabe über zentrale DHCP-Server sowie die manuelle Adressvergabe über Engineering Tools auf Basis von "Discovery and Basic Configuration" erarbeiten. Die Diagnose soll über Netzwerk Management Systeme auf Basis von SNMP erfolgen.

Damit ergibt sich schon bei der Markteinführung der IDA- und PROFInet-Systeme die Chance, durch eine möglichst große Konvergenz der Standards die Aufwände für Hersteller und Anwender deutlich zu reduzieren." Dies ist eine gute Nachricht für die Anwender und Hersteller", betonen unisono Martin Müller, Vorsitzender der IDA-Group, und Edgar Küster, Vorstandsvorsitzender der PNO, "und in diesem Sinne wollen wir weitere Synergien erschließen".

 

 

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By: Weber