F-Host Zertifizierung bei PROFIsafe verfügbar
Bei der Bereitstellung von Sicherheitslösungen ist die Zertifizierung ein entscheidender Faktor für die Akzeptanz beim Anwender. Sicherheitsgerichtete Feldgeräte (F-Slave/F-Device) kommunizieren heutzutage über das PROFIsafe-Protokoll, deren einwandfreie Funktion über einen Zertifizierungstest nachgewiesen wird. Die Zertifizierung von PROFIBUS DP-Slaves und PROFINET IO-Devices ist bereits seit fünf Jahren etabliert. Nun stellt die PROFIBUS Nutzerorganisation e.V. auch die Zertifizierung für sicherheitsgerichtete Hosts (F-Hosts) zur Verfügung.
Der PROFIsafe-Host ist eine Software, die in der verarbeitenden Steuerung abläuft. Diese Software kann in identischer Form in unterschiedlichen Steuerungen eingesetzt werden.
Voraussetzung zur Durchführung eines PROFIsafe-Host-Tests ist ein bereits vorhandenes PRO-FIBUS- oder PROFINET-Zertifikat der Steuerung, in der der PROFIsafe-Host integriert ist (Basistest). Der PROFIsafe-Host-Test selbst, der vom TÜV abgenommen ist, läuft in akkreditierten Prüflaboren nahezu automatisiert ab. Dabei werden zunächst Parameter, Watchdog und GSD-Dateien geprüft, anschließend folgen Negativtests in der Anschaltbaugruppe, ein PROFIsafe-Profiltest und der Interoperabilitätstest in der Testanlage. Darüber hinaus verfügt das Programm über eingebaute Sicherheitsmechanismen. Die PROFIsafe-Host-Programme sind über einen CRC (Cyclic Redundancy Check) gesichert, so dass der TÜV Änderungen erkennen kann. Die Sicherung über CRC umfasst das PROFIsafe-Host-Projekt, die Testcase-Skripten und das Testergebnis. Damit lässt sich eine Änderung der Test-Cases erkennen, und der TÜV kann die Vollständigkeit der Testdurchführung überprüfen. Auf Basis eines positiven Prüfberichtes, in dem die Konformität bestätigt wird, erteilt die PNO ein PROFIsafe-Zertifikat.
Die Vorteile für den Anwender liegen auf der Hand: Er muss sich bei Produkten, die über ein PROFIsafe-Zertifikat verfügen, keine Gedanken mehr über die Restfehlerwahrscheinlichkeit der Datenübertragung machen, da diese bei PROFIsafe bereits für alle korrekten Implementierungen generell nachgewiesen wurde. Ebenso wurden alle deterministischen Fehlermodelle (beispielsweise die Verzögerung der Datenübertragung oder die Wiederholung der sicherheitsrelevanten Telegramme) im Rahmen der Zertifizierung des PROFIsafe-Stacks behandelt.

